en passant – WARTEN

Lieber Passant

wir warten – alleine und doch miteinander!

Warten ist eines der aufgeladensten Wörter, das mit der Bedeutung in verschiedene Richtungen weist.

Ich greife die eine auf, die vom Warteraum im «Kunsthaus Steffisburg», dem alten Bushaus, vor dem du nun stehst. Ich schreibe nicht was es einmal war, das wissen die Steffisburger, sondern was es jetzt ist – zu was es wird. In unserer kollektiven Zeit des «Wartens» wird der Warteraum im Kunsthaus Steffisburg symbolisch zum Warteraum einiger Museen, Kunsthäuser und Kunstinstitutionen.

In Abständen von ein paar Tagen treffen bearbeitete Plakate auf dem Postweg ein. Das gerade eingetroffene Plakat wird an die Glasscheibe, die älteren an die Wände des Warteraums gehängt. Der Warteraum wird so zur Herberge der geschlossenen Ausstellungen, und dies auf unbestimmte Zeit.

Warten kann somit auch Vorfreude sein, auf später, wenn wir miteinander die Krise überstanden haben und all diese Ausstellungen ihre Türen und Tore wieder öffnen.

Ich wünsche ein Warten, das nicht nur mit Angst, sondern auch etwas mit Vor-Freude gefüllt ist.

Ich grüsse ganz herzlich, Ursula

 

WARTEN
Plakat:
Kunsthaus Zürich – Ottilia Giacometti Ein Porträt
7.2.-3.5.20   www.kunsthaus.ch
Briefmarken: Alberto Giacometti, 2 x 100

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