Geschichte des alten Bushauses

Der erste und vorläufige Schauplatz für das Kunsthaus Steffisburg ist das alte Bushaus der STI auf dem Dorfplatz. Es wurzelt noch in einem Steffisburg der 50er Jahre und hat eine interessante und bewegte Vergangenheit hinter sich.

1958 wird die Bus-Endstation Steffisburg Dorf als Erstlingswerk des Steffisburger Architekten Peter Schenk in Betrieb genommen. Den Auftrag dazu hat er 1957 von den Verkehrsbetrieben STI erhalten. Der Trambetrieb Thun–Steffisburg sollte nach 45 Jahren eingestellt und durch eine Buslinie – damals Linie 22 – ersetzt werden.

Die Architektur des Bushauses orientiert sich an der Aufbruchsstimmung der damaligen Zeit in die Moderne. Es ist eine gewagte Inszenierung vor der Kulisse der traditionellen Häuser am Schulgässli, beherbergt aber noch alle traditionellen Funktionen einer Station mit Warteraum, Billettschalter, Güterschuppen, Veloständer und öffentliche WCs.

Ein Zeitdokument führt uns zurück in die späten 50er Jahre, als noch das Tram von Thun nach Steffisburg verkehrte, als am Bushaus der letzte Schliff angebracht wurde und der neue Bus in Steffisburg ein neues Zeitalter eingeläutet hat.

Das Bushaus versah seinen Dienst als Endstation und Wendepunkt für den Bus während 29 Jahren, bis 1987 die heutige Buslinie 1 verlängert wurde, zuerst bis zur Haltestelle Steffisburg Kirche und später bis Steffisburg Flühli. Danach stand es verwaist am Rande des Dorfplatzes und wurde zeitweise als Lagerraum genutzt. 26 Jahre später wurde das Bushaus von der Kulturkommission mit einem Projekt des Thuner Künstlers Hanswalter Graf in ein temporäres Kunsthaus verwandelt und mit der Eröffnung am 2. November 2013 zu neuem Leben erweckt. Dokumentation Projekt Kunsthaus

Die folgenden 2 Jahre beherbergte es mehrere Ausstellungen und wurde 2016/17 mit einem Projekt durch fünf Kunstschaffende in Etappen zurückgebaut. Dokumentation Rückbau

Die Projekte der Kulturkommission Steffisburg waren denn auch Inspiration und Motor für die Schaffung des Vereins Kunsthaus Steffisburg. Das Bushaus erhält damit vorläufig eine weitere Existenz als Ort der Begegnung und des Austauschs.

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